Wieso, weshalb, warum zuckt das Augenlid herum?

Im linken Bild ist ein kleiner asiatischer Junge, im rechten Bild eine Frau die sich den Pullover über die Nase zieht.

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Augenlider Fotocollage

Jeder von uns hatte es schon einmal, plötzlich zuckt das Augenlid. Muskelzucken, Lidzucken, Augenlidzucken oder Lidflattern, kann jedoch bei allen Muskeln vorkommen. Diese können auch unterschiedlich stark ausfallen. Bei den Augenlidern und den Beinen kommt es besonders häufig vor. In der Regel hört dieses Zucken aber nach kurzer Zeit wieder auf.

Was ist Augenlidzucken, Augenlidflattern, Augenzucken oder Lidzucken?

Muskelzucken oder Augenlidzucken ist ein nicht bewusst steuerbaresplötzlich einsetzendes Zucken oder Flattern der Muskulatur. Eine wichtige Rolle dabei spielen unsere Nerven. Sie kontrollieren die Bewegungen unserer Muskeln. Wie das funktioniert? Ganz einfach, vom Gehirn aus werden gezielt Nervenimpulse über das Rückenmark an die Muskulatur selbst weitergeleitet. Dadurch wird die gewünschte Bewegung ausgeführt. Überschießen und entladen sich diese Impulse unkontrolliert, kann es zu einem Zucken unserer Muskulatur kommen.
Da es sich bei den Augennlider um sehr kleine Muskeln handelt, spricht man hier sogar von einer Faszikulation oder noch genauer von einer benigne Faszikulation. Dieser Begriff steht speziell für ein zucken oder flattern des Augenlides. Es kann einmal oder mehrmals hintereinander auftreten. Oftmals sind sehr einfache Ursachen der Grund dafür.

Muskeln des Augenlides

Da die Muskulatur für das Zucken verantwortlich ist, kann es durchaus interessant sein sich alle Muskeln des Augenlides zu betrachten. Insgesamt stehen 6 Muskeln im direkten Zusammenhang zu unseren Augenlidern:


MuskelFunktion
Lidheber
(Musculus levator palpebrae superioris)
Oberlidhebung
Lidschließer / Augenringmuskel
(Musculus orbicularis oculi)
Lidverschluss
Heber des innenseitigen Augenwinkels
(Musculus levator anguli oculi medialis)
Oberlidheber
Wangenmuskel
(Musculus malaris)
Unterlidbewegung
Stirnmuskel
(Musculus frontalis)
Mimische Muskulatur, Heben der Augenbrauen oder Stirnrunzeln
Glatte Muskulatur des Ober- und Unterlids
(Musculus tarsalis)
Erweiterung der Lidspalte

Nerven des Augenlides

Wie eingangs erwähnt, stehen neben den Muskeln auch Nerven im Zusammenhang mit dem Augenlidzucken. Auch hier möchten wir Ihnen einen Überblick darüber geben.

Unser Körper hat drei Nerven (Hirnnerven), die unsere Augenmuskeln versorgen. Diese teilen sich auf in:

  • III. Hirnnerv (Nervus oculomotorius) oder auch Augenbewegungsnerv
  • IV. Hirnnerv (Nervus trochlearis)
  • VI. Hirnnerv (Nervus abducens)

Der wichtigste Nerv davon ist der III. Hirnnerv. Dieser versorgt vier der sechs äußeren Augenmuskel sowie den Lidhebermuskel.

Symptome des Augenlidzuckens

Zwei junge Frauen die ihr Gesicht verstecken und nur ihre Augen zeigen.

Die Symptome sind von Person zu Person unterschiedlich. Viele haben das Gefühl, dass sich ein Fremdkörper im Auge befindet und deshalb das Augenlid flattert. Dem ist jedoch oft nicht so. Die folgenden Symptome treten sehr häufig auf:

  • Gefühl eines Flattern des Augenlides
  • Bemerkbares Zucken des Augenlides
  • Unkontrolliertes Zucken der Augenlider
  • Kurzes, wiederholtes Zucken des Augenlides

Treten diese Symptome verstärkt oder über einen längeren Zeiten auf, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden. Der Arztbesucht bringt schnell Klarheit darüber.

Ursachen für ein Zucken des Augenlides

Bilder mit nachdenklichen Menschen.

Warum und wie kommt es zu einem Zucken des Augenlids? Ganz einfach gesagt,  sobald unser Körper unter etwas leidet, wirkt sich dies auch auf unseren körperlichen Zustand aus. Oftmals sind eben Nerven und Muskeln die Leidenden. Mögliche Ursachen für das Zucken des Augenlides können vielfältig sein, wir haben sie alle.

Häufige Ursachen von Augenlidzucken

  • Stress*
  • Übermüdung durch Schlafmangel*
  • Nervosität*
  • Aufgeregtheit*
  • Nikotin*
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • gereizte Augen
  • Mineralstoffmangel (Magnesium)

Die ersten fünf genannten Ursachen können starke Auswirkungen auf unseren Blutdruck* haben und sind die häufigsten Verursacher des Zuckens. Was der Blutdruck mit dem Augenlidzucken zu tun hat? Gute Frage! Salopp gesagt kann man sagen, dass eine Erhöhung des Blutdrucks eine Auswirkung auf unsere Blutgefäße hat. Der Effekt daraus ist ein Pulsieren der Gefäße. Durch dieses Pulsieren können die naheliegenden Nerven gereizt werden und es kommt zum bekannten, unwillkürlichen Augenlidzucken.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass oftmals ein Zusammenhang zwischen dem Verursacher und dem Magnesiummangel herrscht, oder er selbst der Verursacher ist. Wieso das so ist? Das ist leicht erklärt. Die oben genannten Ursachen sind wahre Magnesiumräuber und daher kann der Magnesiummangel ebenso daran Schuld sein. Dieser hat dann wiederum Auswirkungen auf unsere Muskeln und unser Nervensystem und wir sind wieder am Anfang. Im ersten Abschnitt haben wir dieses Verfahren für Sie erläutert.


Ursache Magnesiummangel

Oftmals ist es sehr sinnvoll einen Blick auf mögliche Ursachen für einen Magnesiummangel zu werfen um Antworten zur Ursache des Flatterns zu finden. Es ist durchaus sinnvoll sich Gedanken darüber zu machen, ob mit der Gabe von Magnesium das Problem gelöst werden kann. Oftmals ist Magnesium der richtige Lösungsweg. Deshalb macht es Sinn sich Gründe für einen Magnesiummangel anzusehen:

  • Stress
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • häufiger Sport (Schwitzen)
  • unausgewogene Ernährung
  • Diabetes
  • Schwangerschaften
  • erhöhter Alkoholkonsum
  • Unter-/Übergewicht
  • hormonelle Störungen
  • Diäten

Die oben genannten Mängel können mit ausgewogener Ernährung oder mit Nahrungsergänzungsmittel behoben werden.


Krankheitsbedingte Ursachen von Augenlidzucken

Falls von den häufigen Ursachen keine Infrage kommt, können auch in sehr seltenen Fällen Krankenheiten Schuld daran haben. Mögliche Krankheiten, die für ein zucken des Lider verantwortlich sein können, sind:

  • psychische Erkrankungen
  • Tourette
  • Krampfanfälle (Epilepsie)
  • Gehirnhautentzündungen
  • Viruserkrankungen
  • Nervenerkrankungen
  • eingeklemmte Nerven
  • Nervenreizungen
  • Tics
  • multiple Sklerose (MS)
  • Gehirntumore

Viele dieser Erkrankungen haben Auswirkungen auf unser Nervensystem, welche wiederum unser Zucken verursachen können. (Bitte nicht in Panik geraten, das Augenlidzucken kommt in der Regel durch die häufigen Ursachen. Gegebenenfalls bitte einen Arzt zu Rate ziehen!)



Behandlung von Augenlidzucken

Die Behandlung des Augenlidzuckens kann in der Regel schnell durchgeführt werden und sollte für schnelle Linderung und Hilfe sorgen. Treten sehr starke Symptome hervor, kann dies aber auch mehrere Tage dauern.

Mineralstoffmangel beheben

Die häufigste Ursache für das zuckende Augenlid ist und bleibt der Mineralstoffmangel an Magnesium. Dies betrifft ebenso Ursachen wie Stress oder Übermüdung. Die Zufuhr von Magnesium kann für eine schnelle Linderung auf mittlange Sicht durchaus sinnvoll sein. Heutzutage gibt es viele Magnesiumpräparate auf dem Markt.

Von Direktgranulaten, Brausetabletten, Brausepulver zum Vermischen mit Wasser oder in Form von unterschiedlich dosierten Tabletten. Für jeden lässt sich die passende Darreichungsform finden.

Entspannungsübungen gegen Augenlidzucken

Für viele Betroffene können kleine Entspannungsübungen bei starken Augenlidzucken helfen, um so die Lage schnell in den Griff zu bekommen. In der Regel können diese innerhalb weniger Minuten durchgeführt werden und sind somit auch für das Büro sehr nützlich.

  • Blinzeln ohne Ende: Blinzeln Sie innerhalb von einer Minute so oft blinzeln wie Sie nur können. Danach legen Sie eine kurze Pause, entspannen Sie sich. Diese Übung sorgt für einen neuen Tränenfilm auf der Netzhaut und sollte kurzfristige Linderung ermöglichen.
  • Das Augenyoga (Palmieren): Legen Sie den Kopf in die Hände, sodass sich ein Hohlraum zwischen Hände und Augen gebildet hat. Hier gilt es das Tageslicht zu verbannen. Das Vertiefen in der Dunkelheit lässt nach kurzer Zeit Gedanken außen vor und es kommt zu einer Art Meditation. Nach ca. einer Minute die Hände wieder wegnehmen und das Umfeld bewusst wahrnehmen. Konzentrationen auf einzelne Gegenstände sind dabei sehr gut geeignet. Dieses Vorgehen etwa eine Minute durchführen.
    Ebenso können warmgeriebene Handballen auf die Augen gelegt werden, aber bitte nur, wenn dies auch als angenehm empfunden wird und die Hände gewaschen sind.
  • Dem Finger folgen: Den gestreckten Zeigefinger mit etwas Abstand vor das Gesicht halten und mit langsamen Bewegungen von links nach rechts führen. Dabei immer stets einen Punkt fixieren und diesen verfolgen. Nach und nach kann dieses Vorgehen schneller durchgeführt werden. Nach etwa einer Minute sollten die Augengeschlossen werden, sodass sich diese wieder entspannen können.
  • Die Augenmassage: Vorsichtig mit den Fingern die Knochen um die Augenhöhle massieren. Zwischendurch ruhig die Schläfen mit etwas mehr Druck massieren, aber nicht zu grob werden. Ebenso kann der Innenwinkel des Auges zur Nase hin vorsichtig massiert werden.
  • Der Sonnenblick: Mit geschlossenen Augen in Richtung Sonne sehen und dabei die auf die Haut treffende Wärme genießen. Dabei empfiehlt es sich den Kopf ein bisschen in Bewegung zu halten, sodass es nicht immer die gleiche Stelle trifft. Speziell diese Entspannungsübung hat sich des Öfteren bewährt, da bei geschlossenen Augen die wahrgenommenen Reize um 80% verringert werden.
  • Augenmuskeln lockern: Wichtig ist hierbei eine angenehme Position des Nackens, sodass hier keine Verspannungen hervorgerufen werden. Zum Lockern der Augenmuskeln werden langsame Bewegungen des Augapfels benötigt. Dabei werden die ausgestreckten Hände direkt auf Höhe des Gesichts gehalten. Jetzt langsam eine liegende Acht in der Luft nachfahren und dabei langsam die Radien vergrößern.
  • Akkomodieren: Hierbei wird jeweils abwechselnd ein Auge zugehalten und eines nicht. Bei dem freiliegenden Auge wird nun die freie Hand benutzt um mit dieser von der Nähe in die Ferne zu gehen und zurück. Dabei sollte langsam vorgegangen werden, sodass das Auge genug Zeit hat immer fokussiert zu sein.
  • Augenbaden: Bei dieser Entspannungsübung sollte Regelmäßigkeit großgeschrieben werden. Abends, mit anfangs kaltem Wasser, die Augen vorsichtig waschen, bzw. die Augen mit kalten Wasser abträufeln. Diesen Vorgang für etwa 20 Sekunden durchführen. Danach auf lauwarmes Wasser umsteigen, für etwa die gleiche Zeit. Morgens das gleiche Prozedere bloß in umgekehrter Reihenfolge. Mit lauwarmen Wasser beginnen und mit kalten Wasser aufhören.
    Es empfiehlt sich diese Übung zum täglichen Ritual des Zähneputzens hinzuzufügen, die Augen wären sehr dankbar dafür.
  • Raus aus dem Tunnelblick: Oftmals verharrt das menschliche Auge auf etwas, größtenteils bedingt durch hohe Konzentration. Die Entspannungsübung hierfür, einfach in die Ferne blicken. Hierfür eignet sich der Blick aus dem Fenster am besten. Denn hier sind meist farbenfrohe Landschaften oder ähnliches zu sehen. Besser als ein im Büro aufgehängtes Bild, dass immer gleich aussieht.